Eifel Vennbahn Radrunde

Der Vennbahnradweg ist für mich einer der besonderen Wege. Die ehemalige Bahntrasse hat nicht so viele „grüne Tunnel“, also Streckenabschnitte auf denen man durch Schluchten oder Wald ohne Aussichten auf die Umgebung fährt. Auf meiner solo Radtour im Sommer 22 konnte ich zu Hause starten um den Vennbahnweg nach knapp Hundertdreißig Kilometern zu erreichen.
Das erste Ziel war nach zwanzig Kilometern der Nürburgring. Dort beginnt der „Eifel Ardennen Radweg“ dem ich bis zu den belgischen Ardennen folgte. Eifeltypisch geht es sehr viel rauf und runter. Die vielen Höhenmeter gehe ich immer langsam an. Man wird aber nach fast jedem Anstieg mit einer Aussicht belohnt. Einer der schönsten Abschnitte des Eifel Ardennen Radwegs findet sich zwischen Kelberg und Daun. Fast vollständig durch einen Eifel Hochwald, genussradeln pur. Tagesziel sollte Gerolstein sein.
Gegen Fünf Uhr fand ich einige Kilometer vor Gerolstein eine Waldhütte in vergleichsweise gepflegtem Zustand und ich beschloss spontan die Nacht dar drinnen zu verbringen. Mit Luftmatratze und Schlafsack auf dem riesigen Tisch war es eine angenehme Nacht.
Der Morgen war frisch und so genoss ich beim Frühstück in einer Bäckerei in Gerolstein den heißen Kaffee. Es wurde schnell angenehm warm. Weitere Hügel folgten bis Prüm. Ab dort war die Streckenführung schon auf ehemaligen Bahntrassen möglich. Vorbei an saftigen Wiesen in ruhigen Tälern, hier und da ein Tunnel stand ich unvermutet vor dem ersten Schild mit der Aufschrift „Willkommen auf der Vennbahn“. Bis Sankt Vith hatte ich öfter das Gefühl nicht auf einer Bahntrasse unterwegs zu sein. Ortsdurchfahrten machten das ganze dabei Interessant. Kurz hinter Sankt Vith lag direkt am Weg der Campingplatz „Oos Heem“ Der Empfang war angenehm entspannt und ich freute mich auf die Gelegenheit zu duschen. Ein nettes Gespräch mit einem britischen Radfahrer der irgendwie ein wenig gestresst wirkte und belgisches Bier rundeten den Tag ab.
Tag drei begann perfekt. Durch eine sanfte Hügellandschaft mit Wiesen und Weiden welche von Hecken, kleinen Mauern und großen alten Bäumen umrahmt waren führt die Vennbahntrasse Richtung Waimes. Ein kleiner Abstecher in den Ort lohnte sich für ein unglaublich leckeres belegtes Baguette und einen Kaffee. So konnte der Radeltag auf der Vennbahn mit dem Tagesziel Aachen richtig losgehen. Sehr viele schön gestaltete Rastplätze und eine vorbildliche Wegbeschaffenheit. Dazu die vielen Aussichten auf die Landschaft und an manchen Orten einige Überbleibsel des Bahnbetriebs. Hinweisschilder auf Restaurants, Cafe`s oder Imbisse gibt es genug. Bei Kalterherberg kann man auf den noch bestehenden Gleisabschnitten das Rad gegen eine Draisine tauschen. Ein Abstecher nach Monschau lohnt ebenfalls. Und immer wieder wunderschöne Landschaften.
Die letzten fünfzehn Kilometer bis kurz vor Aachen geht es fast nur Bergab. Das passte genau in den Nachmittag. Nach Aachen rein noch mal ein paar kleine Hügel und ich erreichte den „Stellplatz Bad Aachen“ der auch eine sehr gepflegte Zeltwiese vorweisen kann. Die sanitären Anlagen dort sind mit das Beste was ich auf meinen Touren bisher erlebt hab. Hier hatte ich wieder ein Nettes Gespräch mit einem Engländer der auf dem Motorrad in Europa unterwegs war. Er empfahl mir Schottland für Radreisen…..ein schöner Gedanke.
Am nächsten Tag erst mal in die Stadtmitte von Aachen. Nach dem obligatorischen Frühstück in einer Bäckerei kurz den Dom und das Stadthaus angeschaut und auf den nächsten Radweg. Den „Bahnradweg Aachen Köln“. Vorbei an Stolberg, durch Eschweiler nach Düren. Hier gibt es von allem etwas: Ortsdurchfahrten, Wirtschaftswege, ab und zu mal ein Flüsschen. Eher weniger Wald.
In Merzenich hab ich zum Mittag eine Dönertasche inhaliert und freute mich auf den folgenden knapp zehn Kilometern über eine schnurgerade ebene Piste zwischen Autobahn und Bahnlinie. Ich konnte dort für meine Verhältnisse relativ schnell dahin radeln und hatte dadurch das Gefühl noch genug Zeit nach hinten raus für den Rest der Strecke zu haben. Denn das Ziel sollte erst nach hundert Tageskilometern erreicht sein. Der Nachmittag war warm und ich freute mich als hinter Kerpen wieder mehr Wald zu durchfahren war. Schnell war der Stadtrand von Köln erreicht. Vorbei am Rhein Energie Stadion bei Müngersdorf und durch einen schönen Park kam der zweite Dom des Tages immer näher. Ich hatte mir das Tagesmotto „von Dom zu Dom“, also Aachener Dom zum Kölner Dom gesetzt. In die Stadt rein konnte ich mich an lokale Radfahrer ran hängen die zügig unterwegs waren. Es war sehr erfrischend so schnell über die Radwege einer viel zu vollen Stadt im Sommer „einzufliegen“.
Wegen der vielen Menschen hab ich die Stadt aber auch genau so schnell wieder verlassen. Am Rhein nach Süden erreichte ich nach genau hundert Kilometern den Campingplatz in Rodenkirchen. Ein Großer gut organisierter Platz mit allem was man braucht. Allerdings gibts anscheinend keine reine Zeltwiese. Ich wurde wie alle anderen Zelttouristen auch zwischen den Stellplätzen untergebracht. Es war der Vorabend eines Feiertags im Frühsommer. Dementsprechend gut wurde von den Saisoncampern in das Brückentagswochenende hinein gefeiert. Ich war froh immer Orstöpsel dabei zu haben und konnte daher gut schlafen.
Am fünften und letzten Tag kannte ich die Strecke sehr gut. Die Entscheidung fiel auf die östliche Rheinseite. Irgendwo in der Nähe von Bonn gabs einen leckeren Burger von einem Foodtruck dessen Namen ich natürlich schon wieder vergessen hab. Die Personenfärhre in Erpel lag gerade da um nach Remagen überzusetzen. In Sinzig verließ ich den Rhein um durch die Waldstrecke von Sinzig Löhndorf zurück nach Hause die letzten fünfundzwanzig Kilometer mit nochmal vierhundert Höhenmetern.
Es war eine wunderschöne Radtour die ich rundherum genießen konnte.

Die gesamte Strecke als GPX Datei zum Download:

Meine Tour auf Komoot:

Die Videoserie auf Youtube:


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